MODELLE

Neusilber, sandgestrahlt, vergoldet, rhodiniert, Farbe platin oder gold
Neusilber, sandgestrahlt vergoldet, rhodiniert, Farbe platin oder gold
Büffelhorn Edelstahl und Neusilber Kombifassung, sandgestrahlt, vergoldet, rhodiniert, Farbe platin oder gold
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LINEAR  2016

Eine klare ruhige Linie – scheinbar ohne Anfang und Ende – beherrscht den Gesamteindruck der Brillenfassung LINEAR. Eine edle, schmale Linientextur liegt im oberen Teil der Brille förmlich quer über den Gläsern, nie aber über den Augen ihres Trägers. Dieser schmale Grat zwischen plakativem Zusammen-Halt und spannend gestaltetem Gegensatz zur Form der Augen wird plötzlich gestaltbar und individuell. Die Linie der LINEAR führt deutlich über das Gesicht hinaus und wirkt gerade durch ihre scheinbar weichen Biegungen hin zu den Ohrbügeln wie ein einziges Gestaltungselement. Alles scheint an ihr, der beherrschenden Linie, aufgehängt und befestigt zu sein. Gäbe es diese Linie nicht, würde die Fassung nicht nur ihre Form, sondern auch ihre Bestimmung komplett verlieren.

Ist deshalb jeder ihrer Träger quasi auf Linie? Nicht, wenn wir darunter etwas »Normiertes«, Allgemeingültiges verstehen. Im Gegenteil. Wer sich für das Tragen von LINEAR entscheidet, legt zwar Wert auf Geradlinigkeit,  aber vor allem seine eigene Interpretation davon.

INSEKT  1991

INSEKT – so nannte Barbara Angeletti eine ihrer ganz frühen Brillenmodelle aus dem Jahr 1991. Beherrschendes Formelement ist hier das Prinzip der Symmetrie. Die Zweiteilung der Gläser wird erst durch das verbindende Querelement zu einem symmetrischen Prinzip. Nur mit ihr wird die Synergie des Seh-Aktes möglich, denn nur dank ihrer halten sich alle Elemente dieser Brille die Waage.

So ist es nur logisch, dass der Name der Form folgt: INSEKT. Dieser Name greift zum einen die Sehnsucht nach einer natürlichen Symmetrie auf, die in allem vorherrscht, was in der Natur paarweise angelegt ist. Zum anderen lenkt der Name INSEKT die Phantasie des Betrachters sofort auf die Lebensform, die viele Assoziationen vor allem durch ihre besonderen Augen und die besondere Art des Sehens auslöst.

Wer sich von INSEKT angesprochen fühlt, der will nicht nur aus-sehen, der will auch in seinem ganzen So-Sein gesehen werden.

BAAL 1991 und 1994

Hier erinnert die geschwungene Oberlinie der Fassung sofort an die – wiederum symmetrisch angeordneten – Hörner mancher Wasserbüffel-Arten. Meist schmiegen sich beim Wasserbüffel die schweren Hörner um den ebenso schweren Kopf ihres Trägers und man sieht fast nichts anderes. Ebenso beherrscht dieses auffällige Element den Gesamteindruck dieser Brillenfassung, aber es hält die Fassung nicht nur, es trägt sie.

»Das wäre die Brille, die ich für Berthold Brecht gemacht hätte.« sagt Barbara Angeletti zu dieser Kombi-Fassung aus Büffelhorn mit rhodiumbeschichtetem Neusilber und nannte sie deshalb BAAL. BAAL. war ein Theaterstück aus den Anfängen von Brecht und beschreibt die Geschichte eines Non-Konformisten. Nicht Angepasst-sein, seinen eigenen Weg gehen, auch und gerade gegen die Erwartungen des eigenen Umfelds handeln – das könnte auch die Lebenshaltung eines Trägers dieser Brillenfassung sein. Das tragen dieser Brille braucht Mut, Meinung und Haltung. Sie macht viel mit dem, der sie trägt und auch mit demjenigen, der sie sieht. Sie ist unübersehbar und schenkt Ein-Sichten für sich und andere.