BARBARA ANGELETTI

seit 1991 freie Designerin in Stuttgart
Produktion der ersten Brillenkollektion
B.Angeletti
1991 DAAD Stipendium in Paris
1989 Diplom Schmuck- und Gerätedesign
1988 Auslandssemester Padua
1985–1989 Studium an der FHG Pforzheim
Schmuck- und Gerätedesign
1979–1982 Lehre als Augenoptikerin

Das Spiel mit den einfachen Formen und der Mut zur Haltung

Träger von Angeletti-Brillen erkennen einander auf den ersten Blick. Schlicht, formschön und anscheinend mehr Brille als üblich – genau das sucht man für sich und genau das sieht man im Gesicht des Gegenübers. Man erkennt die Haltung, den Mut und die Klarheit der Träger. Und man versteht: Träger von Angeletti-Brillen tragen diese Brillenfassungen als Teil von sich selbst und als Teil dessen, was sie sich für ihr Leben wünschen.


Als gelernte Optikerin verstand sich Angeletti von Anfang an auf ihr Handwerk. Aber eben nicht nur darauf. Als diplomierte Schmuck- und Gerätedesignerin entwickelte sie ihr Handwerk in den späten 80ern zu einer Form ihres künstlerischen Ausdrucks – quasi zu einer neuen Sichtweise. Die schlichte Formensprache der Bauhaus-Bewegung inspirierten sie und drückten ihren Brillen-Fassungen für immer einen Bauhaus-Stempel auf.


Zusätzlich spielte Barbara Angeletti, die von Anfang an das Spiel mit den einfachen Formen kultivierte, auch der Zeitgeist in die Hände. Damals entwickelte sich die Brille deutlich weg von der funktionalen Sehhilfe oder der bloßen Sichtkorrektur. Spätestens Anfang der 90er erfuhr auch die Fassung – eigentlich der einzig sichtbare Teil einer Brille – endlich mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Der übliche Fokus auf die reine Fehlsichtigkeit und deren Korrektur wurde immer mehr ergänzt durch den Blick auf den Brillenträger und seine Persönlichkeit.


Was lag da näher als eine funktionale Formensprache um eine Aussage zur Person ihres Trägers zu ergänzen? Genau diese Lücke begann Barbara Angeletti immer mehr zu faszinieren.


Zwei Fragen standen in ihrem Design-Prozess im Mittelpunkt: 1. Was braucht eine Brillenfassung, um noch »Brille« genannt zu werden? 2. Was verändert das Thema »Brille«, wenn sie zum ganzen Menschen passen soll und nicht nur die Gesichtsform nachgezeichnet werden soll?


Padua und Paris waren für die Deutsch-Italienerin Barbara Angeletti wichtige Stationen auf dem Weg zu ihrem eigenständigen und mutigen Angeletti-Design. Eine persönliche Begegnung mit Alain Miklitarian, dem bekannten französisch-armenischer Avantgarde-Designer von handgefertigten High-End-Brillen und Accessoires, gab den letzten Anstoß:
Ab da waren schlichte Formen und besondere Materialien das Markenzeichen der Angeletti-Brillen – ergänzt durch die ausgesprochene Vorliebe ihrer Träger für die Liebe zum Detail sowie den Mut, mehr Brille als üblich tragen zu wollen und mehr Haltung als gewöhnlich zeigen zu können.


Und noch etwas macht B.Angeletti bemerkenswert: Um das Spiel mit den einfachen Formen und Materialien entstanden besondere Brillenfassungen mit ungewöhnlichen Einblicken in den Entstehungs- und Inspirationsprozess – Einblicke, die wachsen, Einblicke, die aus einer Designhaltung eine Philosophie und aus einer Brillenfassung eine Geschichte machen.